Die tödliche Freiheit des Schauspielers Joachim Gottschalk
Sonderveranstaltung unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Mike Josef. Mit Dr. Rosemarie Killius, Michael Quast und der Klarinettistin Irith Gabriely.
Zum 85. Todestag des Frankfurter Theaterstars und Publikumslieblings, mit historischen Fotos und Filmausschnitten.
„Vielleicht werden Menschen eines Tages in 20, 30 oder 50 Jahren erfahren, dass ein deutscher Schauspieler mit Namen Gottschalk sich lieber zusammen mit seiner Frau umgebracht hat, als sie zu verraten, wozu man ihn unbedingt zwingen wollte. Und sie werden sagen: ‚Sieh an, das ist ein aufrechter Mann, der auf seine Weise nein gesagt hat.’“
(Ariane Mnouchkine, aus Mephisto, Théâtre du Soleil 1979)
Die Volksbühne im Großen Hirschgraben erinnert an den Schauspieler Joachim Gottschalk, Frankfurter Publikumsliebling und Star der Römerberg-Festspiele in den 1930er Jahren.
Ab 1934 begann Gottschalk als Theaterschauspieler in Frankfurt eine steile Karriere. Als jedoch seine Ehe mit einer Jüdin öffentlich bekannt wurde, wurde er fristlos entlassen. Nach einem Wechsel an die Berliner Volksbühne im Jahr 1938 wurde er mit großen Rollen beim Film zu einem der beliebtesten deutschen Darsteller, bis Goebbels persönlich auf ihn aufmerksam wurde. Die Repressalien und Drohungen gegen den „jüdisch versippten Schauspieler“, wie es hieß, wurden immer stärker und die Trennung des Ehepaares wurde ultimativ gefordert. Als Gottschalk die Deportation von Frau und Sohn nach Theresienstadt und seine Einberufung an die Ostfront mitgeteilt wurde, sah die Familie keinen anderen Weg mehr als den selbstbestimmten Tod.
Die Historikerin Rosemarie Killius, Expertin für die Filmgeschichte der 1930er Jahre, hat aus Gesprächen mit Weggefährten, Briefen und Tagebüchern ein eindrucksvolles Bild von Gottschalks Lebensweg gezeichnet. Gemeinsam mit Michael Quast präsentiert sie ihr Buch »Die tödliche Freiheit des Schauspielers Joachim Gottschalk«. Die Klarinettistin Irith Gabriely spielt Musik von Erwin Schulhoff und Felix Mendelssohn-Bartholdy.






