Therese Giehse - Courage!
Leben, Rollen und Lieder einer großen ‚Bühnenarbeiterin‘
Therese Giehse (1898-1975) – eine Schauspielerin, der Haltung wichtiger war als Gefälligkeit. Mit ihrer unverwechselbaren Erscheinung, trockenem Witz und schonungsloser Bühnenpräsenz prägte „die Giehse“ das deutschsprachige Theater von den 1920er Jahre bis in die 1970er Jahre. Unter anderem arbeitete sie mit Bert Brecht und Peter Stein. Auf der Bühne erfüllte sie oft das Rollenfach der proletarischen Mutter und sprengte doch jede Schublade. Im Leben war sie Hundemutter, lesbisch, jüdisch und unabhängig. Als politisch wache Künstlerin stand sie an der Seite Erika Manns in ihrem legendären Kabarettensemble ‚Die Pfeffermühle‘. 1933 emigrierte sie in die Schweiz. Ihre Kunst blieb, wie sie selbst war: unangepasst, geistreich und zutiefst menschlich.
Ulrike Kinbach und Vassily Dück am Akkordeon nähern sich dieser außergewöhnlichen Frau musikalisch und szenisch: Mit Texten und Liedern von Bert Brecht, Kurt Weill, Hans Eisler und aus dem Repertoire der Pfeffermühle. Sie umkreisen ‚Die Giehse‘ aus den Blickwinkeln ihrer Bühnenfiguren, ihrer WeggefährtInnen – und aus der Perspektive ihrer geliebten Hündin Daisy.
Ein Abend zwischen Komik und Tragik, Widerstand und Verzweiflung, Heimat und Exil – über eine queere Frau, die sich im Privatleben kaum preisgab und auf der Bühne alles von sich zeigte.
Von und mit Ulrike Kinbach
Musikalische Leitung und Akkordeon Vassily Dück
Regie Sarah Groß
Dramaturgie Jo van Nelsen
Assistenz Christof Frauenholz
Gefördert von: Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, RIAL-Consulting, Dr. Bodo Sponholz-Stiftung für Wohlfahrt, Kunst und Wissen



